Walloschkieren - die neue Art der Oberflächenbearbeitung (MO - Magazin für Oberflächentechnik April 2014)

Das Vorbereiten von Produkten auf die Veredelung durch Schleif-, Bearbeitungs- und Polierprozesse wird häufig als zwar notwendiger, jedoch kostenintensiver Vorgang ohne Wertschöpfungspotential betrachtet. Eine passgenaue Oberflächenbearbeitung, bei der solche Prozesse vollautomatisiert zusammenspielen, kann jedoch auch ein enormes Potential zur Kostensenkung und Qualitätssteigerung beinhalten. Die dafür notwendigen Fertigungsschritte lassen sich durch transparente Vorgänge, eine umfassende Kontrolle sowie eine durchgängige Kommunikation aller  Beteiligten von der Planung bis hin zur Produktion deutlich optimieren und in der Folge weiterentwickeln.

Hochwertige Oberflächen nach individuellen Vorgaben Die Walloschke Oberflächentechnik GmbH bezeichnet diesen Prozess des Planens, Konzipierens und umfassenden Betreuens von Projekten zur Bearbeitung und Veredelung verschiedenster Oberflächen als „Walloschkieren“. Hierbei handelt es sich um einen integrativen Managementansatz zur Entwicklung angepasster Schleif-, Polier- und Bearbeitungsprozesse – unabhängig von dem zu bearbeitenden Rohmaterial und der Teilenutzung. Herzstück aller Prozesse stellt eine flexible Automation dar, die eine kundenindividuell angepasste Oberflächenbearbeitung auf hohem Qualitätsniveau ermöglicht. Dies ist vor allem für Produkte aus der Kosmetik-, Sanitär- oder Automobilindustrie interessant, bei denen von Kundenseite eine hochwertige Optik erwartet wird.

Hinter dem Prozess des „Walloschkierens“ stehen Spezialisten aus den Bereichen Rohteilherstellung, Schleif- und Polierbearbeitung sowie Veredelung, die intensiv zusammenarbeiten. Der hieraus entstehende, stetige Austausch ermöglicht bereits eine gezielte Optimierung der Rohteile. Die flexible Automation unterstützt zusätzlich die Verbesserung der angewandten Schleif- und Polierverfahren, wodurch die Voraussetzungen für die jeweils geforderte Qualität der Veredelungsprozesse geschaffen werden. Die entsprechenden Oberflächen werden nach der Veredelung mit Blick auf die gegebenen Vorgaben analysiert, woraufhin sich einzelne Parameter des Gesamtprojekts bei Nichterfüllen der Vorgaben gegebenenfalls verändern lassen.

Nach Unternehmensangaben werden bei der Entwicklung angepasster Oberflächenbearbeitungsprozesse Umweltaspekte umfassend berücksichtigt, insbesondere die Umweltnorm ISO 14001 spielt hier eine zentrale Rolle. Alle im Produktionsprozess verwendeten Materialien genügen hohen biologischen Anforderungen. Die beim Schleifen und Polieren entstehenden Stäube werden größtenteils von Absauganlagen aufgenommen, die die Stäube nicht mithilfe von Flüssigkeiten binden. Dies vereinfacht die anschließende Entsorgung. 121 Roboter für flexible Prozesse Nach einer Kapazitätserweiterung am Standort Lindlar aufgrund einer guten Auftragslage hat Walloschke nun auf einer Produktionsfläche von 5.500 m² insgesamt 121 Roboter inklusive 97 vollautomatisierter Roboterzellen im Einsatz. Nach dem Ausbau der Produktion liegt der Auslastungsgrad der gesamten Anlagenkapazität bei nunmehr 87 Prozent. Da das Unternehmen insbesondere in der Kunststoffbearbeitung großes Zukunftspotential sieht, wird dieser Bereich derzeit weiter ausgebaut. Die Arbeiten hierzu sollen Ende 2014 abgeschlossen.

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